Was kann Straßenbeleuchtung heute schon?

Straßenbeleuchtung wird dank neuester Technik immer intelligenter.

Wir haben nachgefragt und erfahren, was heute schon alles möglich ist.

Beleuchtete Straßen gehören in den Nachtstunden zu unserem gewohnten Straßenbild, sind für uns selbstverständlich und aus dem Alltag kaum wegzudenken. Um Energie zu sparen, wird die Beleuchtung in manchen Gebieten jedoch bewusst ausgeschaltet, da die herkömmliche Technik nur eingeschränkt oder gar nicht steuerbar ist. Einige Leuchten erlauben lediglich ein leichtes Dimmen.

LED-Technik kann deutlich mehr und leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz. Bereits in der Basisausstattung lassen sich die Leuchten dank integrierter Steuerung autark dimmen. Durch den Einsatz von Sensoren und moderner Kommunikationstechnik sind zudem Funktionen wie Bewegungserkennung, individuell einstellbare Lichtfarben oder mitlaufendes Licht möglich – vollautomatisch und softwaregesteuert.

„Unser Ziel ist es, die Leuchten von Anfang an zukunftsfähig auszulegen. Dank vorbereiteter Schnittstellen sind sie so konzipiert, dass sie flexibel auf künftige Anforderungen reagieren können“, erklärt Manuel Kehm, verantwortlicher Mitarbeiter im Netzvertrieb der Kreiswerke Main-Kinzig.

So kann etwa die Beleuchtung von Radwegen mit LED-Technik präsenzgesteuert betrieben werden. Die Leuchten reagieren dabei eigenständig auf Bewegung: In Ruhephasen sind sie nicht vollständig ausgeschaltet, sondern auf 15 Prozent gedimmt, sodass eine Grundausleuchtung besteht und Verlauf sowie Umgebung des Radwegs gut erkennbar bleiben. Nähert sich ein Radfahrender der ersten Leuchte, erhöht sich das Beleuchtungsniveau auf 100 Prozent. Parallel gibt das Kommunikationsmodul ein Signal an die nächste Leuchte weiter, das Niveau ebenfalls anzuheben. So ist auch der weitere Streckenverlauf optimal ausgeleuchtet und mögliche Hindernisse sind frühzeitig sichtbar. Ergänzend lassen sich bei Bedarf weitere Funktionen wie Parkraumüberwachung oder Umweltsensorik integrieren.

Neben der Einsparung von Energie und CO2 wird auch die Lichtverschmutzung deutlich reduziert. Die Lichtlenkung ist so fokussiert, dass das Licht zielgerichtet auf die Straße gelenkt wird und kein Licht nach oben und wenig in angrenzende Gärten abstrahlt. Zudem werden Insekten durch spezielle Lichtfarben weniger angezogen.

„Die mit der neuen Technik ausgerüsteten Leuchten lassen sich bei Bedarf auch nachträglich per Software (um-)programmieren. Das kann erforderlich sein, wenn sich das Straßenbild, etwa durch eine neue Bushaltestelle, verändert und eine andere Beleuchtung notwendig wird“, ergänzt Manuel Kehm. „Infolge der neuen LED-Technik erwarten wir in Zukunft deutlich weniger Störungen.“

Insbesondere Kommunen mit Lichtliefervertrag profitieren dabei von einem zusätzlichen Service: Bürgerinnen und Bürger können Störungen jederzeit unkompliziert über ein digitales Meldeportal erfassen. Sobald der Defekt behoben ist, erhalten sie automatisch eine Rückmeldung per E-Mail. So wird nicht nur die Zuverlässigkeit der Straßenbeleuchtung erhöht, sondern auch der Service für die Menschen vor Ort verbessert.