Wer „putzt“ eigentlich die Zählerschränke heraus?

Im Versorgungsgebiet der Kreiswerke gibt es rund 4.000 Kabelverteilerschränke, die es instand zu halten gilt. Da nach der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) eine Prüfung alle vier Jahre erforderlich ist, haben sich die Kreiswerke zum Ziel gesetzt, jährlich 1.000 Schränke zu prüfen und „herauszuputzen“. Wir haben nachgefragt, wie das eigentlich möglich ist. Wer macht die Schränke „schick“ und prüft sie?

 

Zur Wartung zählen eine elektrische Prüfung sowie die Prüfung des allgemeinen Zustands. Ist einer der Kästen beschädigt, wird er getauscht. Alle anderen Schränke werden nach der elektrischen Prüfung gereinigt, gegebenenfalls von starkem Bewuchs befreit und bei Bedarf gestrichen. 
 
Das ist vor allem zeitintensiv und benötigt eine Menge Ressourcen. „Wir haben im Jahr 2024 überlegt, wie wir die Kräfte bündeln können“, erklärt Johannes Gärtner, Teamleiter Planung, Bau, Betrieb und Instandhaltung Strom bei den Kreiswerken. Nach einer fachlichen Bewertung stand fest: Die elektrische Prüfung sowie der Tausch von defekten Kabelschränken erfolgen auch weiterhin durch die internen Teams, Reinigung und Instandhaltung werden jedoch an einen externen Partner ausgelagert. „Dazu haben wir Kontakt zum BWMK aufgenommen“, berichtet Johannes Gärtner weiter. Das Sozialunternehmen unterstützt Menschen mit Behinderung bei der Teilhabe – auch in der Arbeitswelt. Hier wurde eigens für diese Tätigkeiten ein neues Team aufgebaut, das seit mittlerweile eineinhalb Jahren die Reinigung und Instandhaltung durchführt. 

„Wir erhalten eine Liste der Schränke, die durch uns zu bearbeiten sind, und arbeiten diese dann völlig eigenständig ab“, berichtet Kevin Branam, Gruppenleiter beim BWMK.“

Eine große Arbeitserleichterung für die Kreiswerke, da das Team des BWMK sehr zuverlässig und selbstständig arbeitet. „Diese Dienstleistung ist wirklich sehr gut und hilft uns enorm. Vor allem, da die Organisation komplett eigenständig abläuft und wir direkt Bilder der bearbeiteten Schränke erhalten“, lobt Johannes Gärtner. Auch das BWMK schätzt die Zusammenarbeit: „Dadurch können Menschen mit Behinderung ihre Kompetenzen einbringen – sichtbar und mitten in der Gesellschaft. Dieses Miteinander sollte in allen Bereichen selbstverständlich werden.“