Von Brunnen bis Hochbehälter – Wie die Kreiswerke die Wasserversorgung sicherstellen

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Wasserförderung aus 34 Brunnen im Versorgungsgebiet der Kreiswerke. Mit der Verantwortung für die regionale Versorgung geht ein sorgfältiger Umgang mit den Anlagen einher. Regelmäßige Wartungen und technische Kontrollen halten die Brunnen leistungsfähig und sichern eine stabile Trinkwasserversorgung.
Reinigung der Hochbehälter
Die Hochbehälter werden mindestens einmal im Jahr von den Teams der Kreiswerke gereinigt – eine Aufgabe, die jeweils rund eine Woche dauert. Kein Wunder, bedenkt man die Größe der Behälter. Für die Reinigung werden die Kammern zunächst entleert und anschließend wieder befüllt. Das neue Wasser wird sorgfältig geprüft, damit es in einwandfreiem Zustand in die Haushalte gelangt.

Was genau wird gereinigt?
Durch das Hochfördern des Wassers aus den Brunnen können Sand oder kleine Steinpartikel aus den verschiedenen Bodenschichten in die Behälter gelangen. Sie setzen sich am Boden ab und müssen entfernt werden. Auch die Wände und weitere Flächen werden gründlich gereinigt, damit der Hochbehälter wieder ein Jahr lang einwandfrei genutzt werden kann. Diese Arbeiten finden in den verbrauchsärmeren Monaten zwischen Oktober und April statt. Bei insgesamt 16 Behältern mit jeweils zwei Kammern kommen einige Wochen zusammen, die eine präzise Planung und Abstimmung erfordern.
Wartung mit Spezialtechnik und Hochdruck
Zusätzlich zur Reinigung der Hochbehälter ist auch die regelmäßige Wartung der Brunnen wichtig. Sie findet alle fünf bis zehn Jahre statt, sofern keine akuten Störungen oder Auffälligkeiten im Betrieb bestehen. Da diese Arbeiten sehr aufwendig sind und spezielle Technik erfordern, werden sie von externen Fachfirmen übernommen.
„Die nötigen Geräte könnten wir wirtschaftlich nicht vorhalten – und auch die zeitliche Komponente im Arbeitsalltag nicht abbilden“, erklärt Stefan Schäfer vom Baumanagement Wassernetz bei den Kreiswerken.
Bei der Wartung werden Ablagerungen im Brunnen, im Filterrohr und im Filterkies entfernt. Eine Kamerainspektion liefert Einblicke in den Zustand der Anlage; die Pumpe wird überprüft und bei Bedarf überholt. Filterrohr und Filterkies werden anschließend mit „Hochdruck“ gereinigt, und gelöste Rückstände werden abgepumpt.


Neue Brunnen sichern Versorgung für die kommenden Jahrzehnte
Manchmal fördert ein Brunnen trotz Reinigung nicht mehr genügend Wasser. Dann wird genauer geprüft – auch der Grundwasserspiegel spielt dabei eine wichtige Rolle. Genau das war vor rund drei Jahren bei zwei der Brunnen in Nidderau der Fall.
Die rund 50 Jahre alten Anlagen lieferten nicht mehr ausreichend Wasser, sodass nach tiefgehenden Analysen schließlich feststand: Neue Brunnen müssen her.
Der Weg dorthin ist aufwendig und umfasst zahlreiche Prüfungen, Anträge und Abstimmungen.
„Letztlich kamen wir mit den Fachfirmen zu dem Ergebnis, dass eine neue Bohrung in der Nähe des bestehenden Brunnens Ostheim III möglich ist. Eine Erkundungsbohrung zeigte Grundwasser in rund 75 Metern Tiefe. In Abstimmung mit dem Regierungspräsidium und Geologen wurde dieser Standort festgelegt.“
Nun, rund drei Jahre später, ist der Brunnen gebohrt und soll im April in Betrieb gehen. „Zuvor muss er einen Leistungstest bestehen und alle Vorgaben des Regierungspräsidiums erfüllen, unterstreicht Stefan Schäfer. Anschließend wird der alte Brunnen stillgelegt und zurückgebaut, die Zutrittsöffnung wird dauerhaft verschlossen. Parallel startet die Bauphase für den zweiten neuen Brunnen, Ostheim II, der künftig, etwas weniger tief, auf etwa 55 Metern Wasser fördern wird. Die Hoffnung: dass beide Anlagen die Region für die nächsten 50 Jahre zuverlässig mit Trinkwasser versorgen. Der neue Brunnen soll ab April bis zu 25.000 Liter pro Stunde liefern.