Tunnelbau für eine sichere Wasserversorgung

Der viergleisige Ausbau der Bahnstrecke Hanau–Gelnhausen ist ein bedeutendes Infrastrukturprojekt für den Main-Kinzig-Kreis. Gleichzeitig machte er Anpassungen an der Trinkwasserversorgung erforderlich: Die bestehende Kreuzung einer Trinkwasserleitung in einem Mantelrohr unter der Bahnstrecke entsprach nicht mehr den Vorgaben der Deutschen Bahn. Nach intensiver technischer Prüfung war klar, dass eine neue Leitung gebaut werden muss. Diese Notwendigkeit wurde bereits im Jahr 2023 gemeinsam mit der Deutschen Bahn erkannt, im Frühjahr dieses Jahres starteten die Arbeiten unter dem Gleisbett.
Erstmals setzten die Kreiswerke dabei auf ein sogenanntes Microtunneling-Verfahren. Mit einer Tunnelbohrmaschine wurde grabenlos ein neues Mantelrohr für die Transportleitung unter dem Gleisbett hindurch eingebracht. Eine besondere Herausforderung stellte der hohe Grundwasserspiegel dar, der spezielle Verfahren und Materialien erforderte. Fünf Tage lang wurde im Dreischichtbetrieb gearbeitet. Derzeit erfolgt noch die Anbindung an die bestehenden Leitungen.
„Die Arbeiten waren aufwendig, sichern die Wasserversorgung in diesem Bereich aber für die nächsten 70 bis 80 Jahre“, erklärt Boris Lotz aus dem „Baumanagement Wasser“ der Kreiswerke Main-Kinzig.
Zahlen, Daten und Fakten
- Erstellung von Gutachten zu Setzungsprognosen, Grundwasserspiegel, Bodenbeschaffenheit und Schadstoffen
- Einbau der Absenkschächte für die Start- und Zielgrube mit einer Sohltiefe von 4 Metern
- Einbau eines Mantelrohrs (Ø 60 cm) für die Transportleitung Wasser (DA 355 PE) in 3,5 Metern Tiefe im Bereich des Bahnkörpers
- Insgesamt 56 Meter Bohrung und 200 Meter verlegte Rohrleitung
- Anbindung an die Bestandsleitung: 14 Meter nördlich und 130 Meter südlich des neuen Mantelrohrs
- Zusätzlich wurden acht Brunnen zur Grundwasserabsenkung sowie ein Teil der neuen Transportleitung im Horizontalspülbohrverfahren gebaut






















