Schmuck mit Persönlichkeit

Schmuck, der aussieht, als sei er maschinell hergestellt worden, ist nicht Imke Ottos Sache. Die Goldschmiedin mag Ecken und Kanten, Strukturen und Oberflächen, denen man die Handarbeit ansieht.

„Das wirkt authentisch und echt“, erklärt die gebürtige Norddeutsche, die mit ihrem Mann vor zehn Jahren in den MKK gezogen ist. Eigentlich wollte sie als Hornistin in einem Orchester spielen. Zuerst studierte sie deshalb Musik. Später belegte sie aus purer Neugier einen Goldschmiedekurs in Hamburg – und begeisterte sich sofort für das traditionelle Handwerk. Sie orientierte sich kurzerhand beruflich um, ließ sich in Pforzheim ausbilden und arbeitete einige Jahre als selbstständige Goldschmiedin im hohen Norden. Doch sie und ihren Mann zog es in ländliche Gefilde. Weil das Paar bereits Freunde im Main-Kinzig-Kreis hatte und die Landschaft mochte, zogen sie 2011 um.

„Anfangs war das schon eine Umstellung, aber mit den Menschen in der Region wird man schnell warm“, erinnert sie sich.

Dieser Zugang zu Menschen ist für ihre Arbeit entscheidend, weil Schmuck nach ihrer Ansicht etwas sehr Persönliches und Individuelles ist. In ihrem Atelier in Bad Orb bietet Imke Otto heute selbst Kurse für Interessierte an, die – genauso wie sie damals – etwas über das Handwerk erfahren und selbst ein kleines Schmuckstück aus Gold oder Silber herstellen möchten. „Von den Teilnehmern eines Junggesellenabschieds bis hin zu 80-jährigen Damen interessieren sich alle Altersgruppen und Geschlechter dafür und merken dabei, dass die Bearbeitung der Edelmetalle von Hand gar nicht so leicht ist“, erklärt Imke Otto mit einem Lächeln. Dafür überzeugt das Ergebnis immer. „Es ist stets beeindruckend, was für effektvolle Dinge sich mit Feile, Säge und Lötkolben aus Silber oder Gold herstellen lassen.“