Naturbildung im Main-Kinzig-Kreis – das Jugendwaldheim Hasselroth

Der Name ist vielen Menschen im Main-Kinzig-Kreis seit Jahrzehnten ein Begriff – und bei manchen weckt er bis heute persönliche Erinnerungen: Das Jugendwaldheim in Hasselroth steht seit nunmehr 50 Jahren für Naturerleben, Waldpädagogik und Gemeinschaft. Was einst als visionäres Projekt begann, ist auch heute noch ein wichtiger Lern- und Begegnungsort für unsere Region – aktueller denn je.

Jungen Menschen den Wald und seine Relevanz für uns alle näherzubringen, ist heute wichtiger denn je, ist sich Volker Schneider sicher. 

„Immer mehr Kinder, die zu uns kommen, sind zum ersten Mal in einem Wald“, berichtet uns der Vorstandsvorsitzende des Trägervereins der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Bezirksverband Gelnhausen, Hasselroth, Hanau und Rodenbach e. V.“.

„Für uns ist es von großer Bedeutung, dass sie diesen so wertvollen Lebensraum kennen- und schätzen lernen“, ergänzt Christin Andersen-Römer. Dass ihr dies ein echtes Anliegen ist, zeigt auch ihr Beruf. Denn sie arbeitet als Pädagogin in der Waldgruppe „Eulennest“ der Kita Krähenwald, die dem Jugendwaldheim angeschlossen ist.  Aktuell lässt sie sich zur zertifizierten Waldpädagogin ausbilden. Was das ist? Dazu später mehr.

Auch für Volker Schneider ist das Jugendwaldheim ein echtes Herzensprojekt. Er selbst kennt es bereits aus Kindertagen und ist dort schon früher ein und aus gegangen. In enger Zusammenarbeit mit HessenForst und der dort angestellten Jugendwaldheim-Leiterin Stefanie Lenz möchte er gemeinsam mit dem Vorstand die gesteckten Ziele weiterhin nachdrücklich verfolgen.

 

Erweiterung der Angebote – die neue Waldjugend

„Für uns als Trägerverein sind die Möglichkeiten natürlich begrenzt. Dennoch ist es unser Anliegen, den Fortbestand des Jugendwaldheims zu sichern und das pädagogische Angebot noch weiter auszubauen“, berichtet Volker Schneider. Zusätzlich zu den Schulklassen, die in der Regel drei bis fünf Tage vor Ort verbringen und dabei intensiv Natur und Wald erleben, möchten die Verantwortlichen weiterhin auch Kinder erreichen, die sich dauerhaft und vertieft für Naturthemen begeistern. Dieses neue Angebot soll zukünftig in der Waldjugend verankert werden: Dort können sich interessierte Kinder alle vier Wochen an einem Samstagnachmittag treffen, um regelmäßig in die Natur einzutauchen. Mehr Informationen für Kids zwischen acht und 15 Jahren und deren Eltern finden Sie in Kürze auf der neuen Homepage des Jugendwaldheims. Bemerkenswert ist, dass das älteste Jugendwaldheim in Hessen noch vor dem Start der Belegungen durch Schulklassen im März vollständig digitalisiert wird – und damit zum ersten „smarten“ Jugendwaldheim des Landes wird. Das gelingt durch ehrenamtliche Unterstützung von vier Fachleuten.

„Für uns geht es um das Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Ein Erleben, nicht nur ein theoretisches Lernen.“

 

Und das geht am besten direkt in der Natur. Daher kommen Grundschulklassen, aber auch ältere Klassen wie etwa der Jahrgang 10 der Kopernikusschule im Rahmen des Erasmusprojektes, um im Jugendwaldheim eine ganz besondere Zeit zu erleben. 

Auch Kindergartenkinder können das Jugendwaldheim bei Tagesausflügen kennenlernen. Mit dabei sind stets die WALDELFEN – besonders geschulte Waldpädagoginnen und -pädagogen, die die Programme fachkundig begleiten. „Uns ist eine pädagogische Begleitung sehr wichtig und daher ist sie schon seit vielen Jahren fester Bestandteil unseres Konzeptes. Dabei können die Gruppen ihr Modul ganz individuell buchen“, erklärt Christin Andersen-Römer. „Zudem werden die Module stetig erweitert, denn wir möchten so viele junge Menschen wie möglich begeistern.“

Auch Initiativen wie Baumpflanzaktionen oder der Bau von Spielgeräten aus Naturmaterialien wie Ästen oder Stöcken, die jederzeit als Spielplatz von interessierten Familien genutzt werden können, sollen die Menschen aus der gesamten Region auf das Jugendwaldheim aufmerksam machen.

 

 

Zukunft des Jugendwaldheims gemeinsam sichern

Doch das Jugendwaldheim benötigt Unterstützung, um in dieser Form weiter fortbestehen zu können. Mit dem neuen Vorstand gilt es nun, bis Ende 2026 einen neuen Vertrag mit den Kooperationspartnern HessenForst, dem Regierungspräsidium Gießen, dem Landwirtschaftsministerium Hessen und dem SDW Landesverband zu bewerten, fortzuschreiben und abzuschließen, um den Fortbestand für die kommenden Jahre zu sichern.

„Es ist uns ein ganz besonderes Anliegen, dass das Jugendwaldheim weiterhin besteht. Als Ort, an dem Kinder – vielleicht zum ersten Mal – Natur in ihrer ganzen Vielfalt erleben können. Denn nur wer im Kleinen begreift, entwickelt Verständnis für größere Zusammenhänge. Schließlich wird auch das Thema Klima hier bei uns im Wald sicht- und erlebbar. Bei all unserem Engagement sind wir auf engagierte Menschen sowie Spenden angewiesen – so wie viele andere Vereine auch“, betont Volker Schneider.

Wer Interesse hat, das Team rund um das Jugendwaldheim oder die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald aktiv zu unterstützen, findet weitere Informationen unter:

www.jugendwaldheim.eu