Fünf Fragen an einen Insektenfreund

Im heimischen Garten auf die Suche nach Bienen, Hummeln und anderen Insekten zu gehen, ist für Michael Munsberg ein echtes Vergnügen. Mit dabei ist immer seine Kamera, mit der er die Tierchen ablichtet. Dass er ein Händchen für gute Schnappschüsse hat, hat sich herumgesprochen: Viele seiner Familienmitglieder geben bei dem Hobbyfotografen und Imker jedes Jahr einen Kalender mit seinen Fotos in Auftrag.

Wie kam es dazu, dass Sie sich ehrenamtlich im Biebergemünder Imkerverein „Biebergrund“ engagieren?

Als ich zwölf Jahre alt war, verbrachte ich meine Schulferien bei einem Bekannten in England, der Imker war. Seine Arbeit mit den Bienen faszinierte mich sehr. Denn dort nutzte man damals bereits die sogenannten Magazinbeuten, in die die Bienenwaben eingehängt wurden. Hier in Deutschland herrschten zu dieser Zeit noch die Blätterstöcke vor. Endgültig zu den Bienen brachte mich dann aber mein Schwiegervater Ende der 1980er-Jahre. Er war selbst Imker und schenkte mir einige Jungvölker.

Was macht der Verein?

Wir treffen uns regelmäßig zu Vereinsversammlungen und betreuen junge Imker an unserem Bienenlehrstand. In verschiede-nen Schulungen vermitteln wir Neuanfängern Basiswissen und geben altgedienten Imkern Einblicke in die neuesten Erkenntnisse der Bienenkunde.

Warum müssen die Bienen geschützt werden?

Grundsätzlich sollten wir alle Insekten schützen, die in unseren Gärten kreuchen und fleuchen. Denn zum Beispiel auch Hummeln oder die weniger bekannte Mauerbiene sind Bestäuber.

Was können Privatpersonen für die Insekten tun?

Es ist wichtig, Inseln für die Tiere zu schaf-fen, auf denen sie Nahrung und Lebensraum finden. Im Main-Kinzig-Kreis haben wir Imker gemeinsam mit den Landwirten Blüh- und Streuobstwiesen geschaffen. Im eigenen Garten kann man beispielsweise Krokusse, Schneeglöckchen oder Lavendel anpflanzen, um den Tierchen Futter zu bieten. Wer möchte, kann auch vorkonfektionierte Saatmischungen, häufig Bienenfutter genannt, aussäen. Hier muss man nur darauf achten, dass mehrjährige Pflanzen zusätzlichen Platz benötigen.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass wir die gute Zu-sammenarbeit zwischen dem Kreis, den Landwirten und uns Imkern weiter ausbauen und an einem Strang ziehen, um die heimische Fauna zu schützen. Außerdem sollte sich jeder mehr mit den Insekten befassen. Mein Tipp: Setzen Sie sich einfach mal in den Garten und schauen Sie, was passiert.