Fünf Fragen an einen Geschichtsfreund

Wenn sein Enkel ihm stolz Scherben reste zeigt, die er beim Spielen gefunden hat, erinnert sich Stefan Horst an den Anfang seiner Begeisterung für Geschichte und Archäologie. Noch heute krempelt der Gelnhäuser gerne seine Ärmel hoch und vertieft sich wahlweise in Archivsuchen, Zeit zeugen be-fragungen und manchmal auch Aus-grabungen. Für den Vorsitzenden des Geschichtsvereins Gelnhausen, der bereits seit 151 Jahren exis-tiert, ist das Entdecken und Bewah-ren von Vergangenem eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.

Warum engagieren Sie sich eh-renamtlich im Geschichtsverein Gelnhausen?

Zum einen habe ich große Freude daran, mich mit Geschichte zu befassen, und zum anderen möchte ich gerne etwas an die Gemeinschaft zurückgeben. Dazu zählt das Erhalten und Dokumentieren von geschichtlichen Ereignissen. Und das geht umso leichter, solange ich noch mit älteren Zeitzeugen sprechen kann. In ihren Erzählungen wird Geschichte beson-ders spannend und lebendig.

Was begeistert Sie an Ihrer Tätigkeit immer wieder?

Neues und Altes zu entdecken, wie bei-spielsweise einen Hausbrunnen am Gelnhäuser Obermarkt im Gasthaus Zur guten Quelle, den der Wirt bei Umbauarbeiten entdeckt hatte. Es macht mir auch immer wieder Freude, wenn ich archäologische Ausgrabungen tatkräftig unterstützen kann – so wie die am Hainaer Hof, als ich einen Tontopf mit verkohlten Getreidekörnern bergen konnte. Und was mich immer wieder motiviert und erfreut, ist die Begeisterung von Kindern und spe-ziell meinem Enkelsohn zu sehen, wenn er alte Scherben findet.

Wie informiert der Verein über seine Arbeit?

Wir bieten regelmäßig Vortragsveranstaltungen an und organisieren Studienfahrten. Außerdem veröffentlichen wir die Gelnhäuser Geschichtsblätter mit zahl-reichen Beiträgen zur Heimatgeschichte sowie zur Landes- und Volkskunde. Und wir beraten auf Anfrage jeden gerne, der selbst in der Heimatgeschichte in oder rund um Gelnhausen forschen möchte.

Gibt es einen Moment in der Vereinsarbeit, an den Sie sich besonders gerne erinnern?

Da gibt es mehrere. Zum Beispiel die Eröffnung des Kulturweges Gelnhausen nach zwei Jahren Vorarbeit und die Archivschulung vom Hessischen Museums-verband vor vielen Jahren mit Anette Vinnen, die mittlerweile Stadtarchivarin geworden ist.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Viel Engagement, denn unser Verein freut sich über Nachwuchs jeden Alters. Wer sich also gerne aktiv und engagiert mit der Geschichte Gelnhausens beschäftigen möchte, ist herzlich eingeladen. Genauso wichtig sind für uns Fördermitglieder, die das eine oder andere Projekt finanziell unterstützen.