Athleten von hier: Ein Leben für den Handball

Jonathan Malolepszy nennt es sein „sportliches Wohnzimmer“ mit geräumigen 800 Quadratmetern. Es befindet sich beim TV Gelnhausen. Dort spielt der 21-Jährige mit der ersten Herrenmannschaft in der dritten Handballbundesliga – und das mit einigem Erfolg. Er ist fast schon ein Shootingstar.

Wenn man Jonathan Malolepszy fragt, was 60 Zentimeter Umfang hat und 450 Gramm schwer ist, kann es nur eine Antwort geben: ein Handball. Den wirft er schon seit frühester Jugend.

„Mein Vater spielte Fußball und trainierte mich damals. Aber über meine Mutter sind mein Bruder und ich dann doch zum Handball gekommen.“

Also taktierte er recht bald beim Heimatclub Großenlüder/Hainzell am Wurfkreis, statt auf das Tor zu kicken. Auf der Suche nach einem Verein, dessen Mannschaften auch in einer höheren Liga mitspielen, wurde er auf den TV Gelnhausen aufmerksam und bot sich dort in der Vereinsjugend an. Schnell war klar, dass Jonathan Malolepszy Talent hat. Seine Spielmacherqualitäten hat er sich unter anderem dort in der A-Jugend-Bundesliga erarbeitet. Fähigkeiten, von denen die erste Herrenmannschaft des TV nun in der dritten Saison profitiert. Seit 2018 gehört der junge Spielmacher zum Stammkader des Teams, das in der dritten Liga spielt, und ist als Siebenmeterschütze sehr gefragt.

Dabei ist Coolness gefragt: „Man muss versuchen, alles auszublenden. Es zählt nur, dass der Ball ins  Tor geht“, beschreibt er die Phase der Konzentration. „In diesem  Moment ist es wichtig, sich selbst Sicherheit für den Wurf zu geben.“ Dinge, die sein Team und er fünf Mal pro Woche trainieren. Dazu kommen Heim- und Auswärtsspiele am Wochenende. Das hohe Spieltempo, der harte Körperkontakt und das häufige Unterwegssein erfordern einen „Mix von Attributen“, wie er es nennt:

Robustheit, Schnelligkeit, Ausdauer, Taktikgefühl und den stetigen Blick für die Mitspieler.

Im Gespräch merkt man dem aufgeschlossenen jungen Mann an: Handball ist sein Leben. Beim TV Gelnhausen ist er im Team und bei den Fans angekommen. Die Atmosphäre bei Heimspielen ist für ihn immer noch etwas ganz Besonderes. Trotzdem ist Handball nicht das Einzige, was Jonathan Malolepszy ehrgeizig angeht: Sein duales Studium beim Main-Kinzig-Kreis will er in einem Jahr abschließen. Sport und Beruf bringt der junge Sportler fast schon routiniert und mit viel Disziplin unter einen Hut. „Man organisiert den Tag halt durch, wenn man weiß, dass man um 18 Uhr wieder in der Halle stehen muss“, sagt er. Und wenn ein Bundesligist anruft? Da bleibt er cool: „Gelnhausen ist meine zweite Heimat geworden. Meine Freundin lebt hier, meine Familie ist nicht weit. Unser junges Team hat viel Potenzial. Da müsste schon einiges passieren“, lacht er.