Ehrensache: Fünf Fragen an...

Um geflüchteten Menschen die gesellschaftliche Integration leichter zu machen, braucht es Brückenbauer, die zwischen den Kulturen vermitteln. Uta Wolfenstädter unterstützt zusammen mit ihrem Team Familien im Main-Kinzig-Kreis dabei, in Deutschland heimisch zu werden.

Warum engagieren Sie sich als Integrationslotsin?

Ich komme aus einer sozial engagierten Familie. Mein Mann, mein Sohn und ich sind schon lange im Sportverein aktiv. Durch mehrere Auslandsaufenthalte in der arabischen Welt, vor allem in Ägypten, hatte ich zudem die Möglichkeit, die Mentalität von Menschen aus diesen Regionen kennenzulernen. Das hilft mir zu verstehen, welche Probleme Menschen, die ihr Heimatland verlassen mussten, mit der deutschen Lebensweise haben.

Wie unterstützen Sie und Ihr Team Geflüchtete im Main-Kinzig-Kreis?

Wir sind zuerst einmal Ansprechpartner bei allen Nöten und Sorgen. Wird ein Arzt benötigt oder muss etwas mit einem der vielen Ämter geklärt werden, organisieren wir die Fahrten und die Begleitung dorthin. Außerdem unterstützen wir alle Flüchtlinge beim Erlernen der Sprache. Besonders den Kindern geben wir zusätzlich Hilfe bei den Hausaufgaben und versuchen, sie in die Sportvereine zu integrieren.

Was erhoffen Sie sich von Ihrem Engagement?

Ich möchte die Menschen vor allem beim Erlernen der Lebensgewohnheiten hierzulande unterstützen. Die Umstellung ist für viele von ihnen hart und ihre erste Reaktion ist es, sich zurückzuziehen. Aber die Integration wird nur funktionieren, wenn sie rauskommen und auf ihre Nachbarn zugehen.

Gibt es einen besonderen Moment, an den Sie sich gerne erinnern?

Wir hatten eine Familie, die plötzlich ihre Wohnung verlassen musste, weil der Vermieter Eigenbedarf angemeldet hatte. Die Suche nach einer neuen Unterkunft war zum Verzweifeln. Niemand wollte eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen. Nach wochenlangen Recherchen und Telefonaten konnte ich dann aber eine tolle Wohnung bei einem sehr zuvorkommenden Vermieter finden. Das hat mich sehr glücklich gemacht.

Wie möchten Sie Ihr Ehrenamt in diesem Jahr gestalten?

Für 2018 haben wir uns eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Integration durch Begegnung“ überlegt. Bei Kaffee und Kuchen sollen sich Flüchtlinge und Bürger in Großenhausen und Lützelhausen kennenlernen und ihre Berührungsängste abbauen.